Mrz 07 2010

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Geschlechterunterschiede im Mathematikunterricht

Sollte sich das Vorurteil noch irgendwo gehalten haben, so wird ihm nun
endgültig empirisch der Boden unter den Füssen weggezogen: Mädchen
lernen genauso gut und genauso schlecht Mathematik wie Jungen.

Eine Auswertung unterschiedlicher internationaler Vergleichsstudien zeigt, dass die Leistungen von Mädchen und Jungen in erster Linie von der Chancengleichheit der Geschlechter in einem Land abhängen. Die Psychologen der Villanova-Universität in Philadelphia analysierten die Ergebnisse der Pisa- und der TIMSS (Third International Mathematics and Science Study) -Studie, an denen international rund eine halbe Million Schüler im Alter zwischen 14 und 16 Jahren teilgenommen haben. Der TIMSS-Test prüfte mathematisches Grundwissen, während die Pisa-Studie die Anwendung dieser Kenntnisse auf alltägliche Probleme in den Blick nahm. Im Fachblatt »Psychological Bulletin« stellen die Psychologen nun fest, dass Mädchen und Jungen gleich gut abschnitten. Unterschiede bestehen indirekt jedoch insofern, als dass sich Jungen ihrer mathematischen Fähigkeiten stärker bewusst sind. Mädchen maßen der Mathematik weniger Bedeutung für ihre künftige berufiche
Entwicklung zu.

Ein Kommentar

Ein Kommentar to “Geschlechterunterschiede im Mathematikunterricht”

  1. Franz Josef Neffeam 13. April 2010 um 13:31 1

    MATHEMATIKE ist die LERNBEGIERDE. “Chairete, o mathetai – freut Euch, o Lernbegierige!” begrüßte uns jeden Tag der Griechischlehrer. Und tatsächlich, wenn wir etwas MIT FREUDE lernen, speichert das Gedächtnis die FREUDE mit – es kann nicht auswählen. Das Gedächtnis speichert nicht bloß den vollzogenen Lehrplan ab. Alles hat eine bestimmte Be-Deutung und die wird mit behalten. Auch und vor allem wenn sie UNBEWUSST ist.
    Als Ich-kann-Schule-Lehrer lese ich folglich ganz selbstverständlich aus dem aktuellen Umgang mit der Mathematik (oder jedem anderen Gegenstand) die bisherigen Erfahrungen, Bedeutungszuweisungen und noch viel mehr ab. Nicht nur über das Kind sondern besonders über die, die unverständig mit seinen Talenten umgegangen sind. Die Frage, ob Jungen oder Mädchen gleich gut können, stellt sich dabei kaum. Viel interessanter ist die Frage, ob sich Kinder selber gut entwickeln und ob die pädagogischen Eingriffe der Erwachsenen sich in einer Zunahme der Verwicklungen niederschlagen oder in tatsächlicher Begünstigung der Entwicklung.
    Ich grüße freundlich.
    Franz Josef Neffe

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